TOP Ö 4: Marktplatz Planungsszenarien

Beschluss: Kenntnis genommen

Beschluss:


Die Vorstellung der Planungsszenarien zum Marktplatz wird zur Kenntnis genommen.


Technischer Beigeordneter Pfeffer erläutert anhand der beigefügten Präsentation verschiedene Varianten einer möglichen künftigen Innenstadtentwicklung von Borken.

Ausgehend von der Geschichte des Borkener Marktes als Versammlungs- und Handelsort sei künftig das Ziel, den Marktplatz als „gute Stube“ der Stadt zu entwickeln.

Anhand aufeinander aufbauender Varianten stellt er die mögliche Entwicklung der Borkener Innenstadt dar.

Diese Entwicklung könne nur unter enger Öffentlichkeits- und Bürgerbeteiligung erfolgen.

Den ersten Schritt hierzu stelle ein für den Januar kommenden Jahres geplantes Bürgerforum dar.


Stadtverordnete Gliem äußert sich kritisch zu der dargestellten Anbindung von möglicherweise elf Straßen an den Marktplatz. Es müsse darum gehen die Stadt mit Leben und nicht mit Verkehr zu füllen.

Zudem halte sie es für fragwürdig dem Bauvorhaben der ITG zu einem Zeitpunkt zuzustimmen, zu dem die Eigentumsfrage hinsichtlich der Riegelbebauung noch nicht verbindlich geklärt sei. Als weitere Kernfrage sei zu beantworten, ob die Stadt Borken sich eine derartige Maßnahme überhaupt leisten könne.


Technischer Beigeordneter Pfeffer erläutert, dass die Erlöse aus einem Verkauf an die ITG die Finanzierbarkeit eines solchen Vorhabens maßgeblich beeinflussen. Dennoch seien sowohl die Betrachtung der Finanzierbarkeit als auch die Betrachtung der verkehrlichen Situation Aspekte, die einer offenen und öffentlichen Diskussion bedürften.

Insgesamt sei mit einer Umsetzungsdauer von 5 – 7 Jahren zu rechnen.


Stadtverordneter Richter fordert, dass die aktuelle Marktplatzgröße auch künftig nicht wesentlich beeinträchtigt werden dürfe. Auch eine ausführliche Betrachtung der verkehrlichen Situation müsse noch erfolgen.

Aus seiner Sicht sei eine umfassende Information über sämtliche Planungsdetails erforderlich.

Die Idee den Borkener Einzelhandel zu stärken sei grundsätzlich zu befürworten. Ebenso sei zu erwarten, dass eine andere Ausrichtung des Marktplatzes in Ost-West-Richtung der Innenstadt mehr Qualität geben könne.


Stadtverordnete Ebbing hält fest, dass die gelungene Umgestaltung des Hauses Cohausz ein Bespiel dafür sei, dass man über die Umsetzung von baulichen Maßnahmen die Qualität der Innenstadt verbessern könne.


Beratendes Mitglied Klemm-Terfort vertritt die Auffassung, dass die vorgestellten Szenarien als Grundlage für die Erstellung eines Gesamtpaketes dienen sollten. Hierbei könne der Bereich um den Marktplatz eine Strahlwirkung entwickeln, die auch in die Bereiche Commende und Brinkstraße reiche. Wichtig sei in diesem Zusammenhang, dass man darauf achten müsse einzelne Quartiere nicht zu vergessen.


Stadtverordnete Honerbom fasst zusammen, dass die Kernfrage aller weiteren Planungen die, nach dem Umgestaltungswillen des Marktplatzes sei. Erst wenn man diese beantwortet habe sei eine Diskussion über etwaige Neuordnungs- und Gestaltungsmöglichkeiten sinnvoll. Gebe es hier keine Entscheidung für eine Marktplatzneugestaltung, könne man das Buch zumachen.

Hinsichtlich jeder zukünftigen Verkehrsführung sei darauf zu achten, dass diese allen Verkehrsteilnehmern in gewissem Maße Vorteile bzw. Nutzen bieten müsse.


Stadtverordneter Kindermann legt Wert darauf, dass in jedem Fall zu einem solchen Projekt die Meinung der Bürger einzuholen sei.


Stadtverordneter Bunse erklärt, dass die vorgestellten Szenarien aus seiner Sicht keine Überraschungen enthielten. Er hätte es mutig gefunden, im Innenstadtbereich den PKW-Verkehr zu thematisieren.


Hierzu bezieht Technischer Beigeordneter Pfeffer in der Form Stellung, dass es Aufgabe der Stadtplanung sei, Räume zu bilden und die sich anschließenden Prozesse zu steuern und zu ordnen.

Für die Identität Borkens sei die Kirche, die sich immer im Mittelpunkt der Stadt befunden habe von besonderer Bedeutung. Diese Gegebenheiten müsse man beachten.


Stadtverordnete Honerbom hält es für sinnvoll, erst dann eine Bürgerbeteiligung durchzuführen, wenn eine ausreichend konkrete Planung vorliege. Ansonsten bestehe die Gefahr, dass man jede Idee bereits im Keim ersticken lasse.


Stadtverordnete Ebbing hegt den Verdacht, dass mit der Forderung nach einem frühzeitigen Bürgerforum ein Scheitern der Planung angestrebt werde.


Stadtverordneter Richter hält fest, dass die heutige Darstellung kein Masterplan sei. Hierfür sei eine weitere plastische, dreidimensionale Darstellung der Örtlichkeit sowie eine umfassende Kostenbetrachtung erforderlich. Es bleibe jedoch festzuhalten, dass seitens der Entscheidungsträger von 20 Jahren der Mut fehlte, die zwischen Kirche und Markplatz vorhandene Riegelbebauung zu überplanen.

Aus seiner Sicht sei es Aufgabe der Verwaltung Ideen zu entwickeln, Gespräche mit Investoren zu führen und über eine intensive Bauberatung Einfluss auf Vorhaben zu nehmen.


Beratendes Mitglied Klemm-Terfort betont, dass eine aktive Bürgerbeteiligung im Planungsprozess ein Zeichen gelebter Demokratie sei. Die Vorstellung fertiger Pläne hingegen könne zur Unzufriedenheit der Bürger führen.