TOP Ö 2: Erörterung zum Besichtigungstermin zentrale Einrichtungen

Beschluss: Beschlussformulierung in der Sitzung

Beschluss:

 

1.         Der Planungsausschuss beschließt die Bereitstellung von 50.000,00 € zur Durchführung von Sicherungsmaßnahmen an den Zentralen Einrichtungen.

2.         Der Planungsausschuss beschließt den Neubau des Lehrschwimmbeckens, Turnhalle und Gymnastikraum am Standort Gemen, wobei das Raumprogramm noch konkretisiert werden muss.
Dem Ausschuss sind vor Genehmigung Alternativplanungen sowie Aufstellungen zur Finanzierung der Baumaßnahme zwecks Kostenkontrolle und Beschlussfassung vorzulegen.

 

 

 


Technischer Beigeordneter Höving nimmt Bezug auf die Eindrücke der vorangegangenen Ortsbesichtigung und bittet Herrn Dipl. Ing. Schaefer, das Schadensbild noch einmal zusammenzufassen.

 

Herr Schaefer trägt vor, dass bei dem inzwischen 30 Jahre alten Gebäudekomplex erhebliche Mängel festzustellen seien.

Aufgrund einer bereits bei Bau des Gebäudes falsch eingebrachten Dampfsperre im Dachbereich, sei die Dachkonstruktion insgesamt abgängig.

Weiterhin seien aufgrund der fehlenden Abdichtung im Beckenumgangsbereich Schäden an der Bewehrung sowie an der Betonstruktur zu erwarten. Hier seien kurzfristige Betonuntersuchungen vorgesehen. Eine Sanierung des Beckenkörpers scheide aus, da hier in großem Umgang unzugängliche Bereiche vorhanden seien.

Diese Inhalte seien innerhalb des Gutachten detailliert aufgeführt.

 

Weiterhin führt Herr Schäfer an, dass ein Sanierungserfordernis im Hinblick auf die vorhandenen Lüftungsanlagen zu erwarten sei. Er empfehle auch Raumluftmessungen durchzuführen. Dieses sei allerdings nicht im Gutachten dargelegt worden.

 

Hinweis der Verwaltung:

Die erforderlichen Maßnahmen wurden mit dem Gesundheitsamt des Kreises Borken abgestimmt und sind bereits veranlasst worden.

Mit dem Vorliegen der Ergebnisse der Raumluftmessungen wird bis Mitte Dezember 2008 gerechnet.

 

Die vorsichtig geschätzten Kosten einer Sanierung allein des Schwimmbadbereiches belaufen sich in etwa auf 2,5 Mio. € (ohne Mwst.).

Hier sei allerdings zu beachten, dass eine Behebung der vorhandenen Funktionsmängel (fehlende Barrierefreiheit, unzureichende Dimensionierung der Zugänge und Umkleiden) nicht im Kostenrahmen enthalten sei.

Weiterhin seien möglicherweise Sicherungsmaßnahmen (Abstützen der Deckenbereiche, umfassende Kontrollen der Dachflächen) durchzuführen.

 

Für die Realisierung eines zeitgemäßen Gesamtkonzeptes sei ein Finanzvolumen von rund 4,4 Mio € erforderlich. In diesem Betrag seien allerdings Abrisskosten und erforderliche Entsorgungskosten ebenso wie die Mehrwertsteuer nicht enthalten

 

Insgesamt sei weiterhin zu beachten, dass Planungs- und Bauzeiten bei dieser Projektgröße mindestens 24 Monate oder sogar noch länger benötigen.

 

Für dieses Vorhaben sei weiterhin zu berücksichtigen, dass möglicherweise allein der Planungsauftrag für den Neubau des Bades nach VOF europaweit ausgeschrieben werden müsse. Hierfür sei allein der Zeitraum von 3 Monaten ohne Vorbereitungszeit zu berücksichtigen.

 

Um eine Erklärung zur Kostensicherheit abzugeben seien vor Baubeginn sowohl die vollständige Planungs- als auch die Fachplanungserstellung erforderlich. Auf dieser Grundlage müsse dann eine Ausschreibungserarbeitung von mindestens 60% aller Gewerke erfolgen.

Hierbei sei hinsichtlich des Kostenniveaus festzuhalten, dass in den Jahren 2006 und 2007 die Baupreise förmlich explodiert seien (Teuerungsraten bei Beton um 20%, bei Dämmung um 25%, bei Glas um 15% und Metall über 40% wobei zeitweise Angebote nur nach Rohstoff-Tagespreisen kalkulierbar waren). Diese werden sich erst jetzt wieder langsam beruhigen und normalisieren.

 

 

Im Anschluss an diese Sachdarstellung erläutern Frau Franke (Neumühlenschule) und Herr Gedding (Johannesschule), dass ein Verzicht auf das Lehrschwimmbecken insbesondere im Hinblick auf den besonderen Förderbedarf der jeweiligen Schüler nicht vertretbar sei.

Auch eine Lösung an einem anderen Standort sei aufgrund der damit verbundenen Rüst- und Fahrtzeiten nicht tolerierbar.

Beide Schulvertreter sprechen sich im Interesse der Schülerschaft für die Sicherung der Schwimmbadnutzung am Standort Gemen aus.

 

Fraktionsübergreifend spricht man sich im Rahmen eines angeregten Informations- und Meinungsaustausches für eine Realisierung eines Neubauvorhabens am Standort Gemen aus.

Der derzeitige Zustand soll für die Dauer der Realisierungsphase gesichert werden. Die erforderlichen Maßnahmen insbesondere im Lüftungsbereich werden kurzfristig umgesetzt.

 

Vorsitzender Flinks fasst die Anregungen zusammen und lässt wie folgt abstimmen.

 


Abstimmungsergebnis:                     einstimmige Annahme