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TOP Ö 11: Erlass einer neuen Vergnügungssteuersatzung

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Sitzung:18.12.2002   RAT/08/2002 
Beschluss:geändert beschlossen
Vorlage:  V 2002/227 
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Beschluss:

 

Die als Anlage 1) beigefügte Vergnügungssteuersatzung wird beschlossen.

Apparate, mit denen Gewalttätigkeiten gegen Menschen und/oder Tiere dargestellt werden oder die die Verherrlichung oder Verharmlosung des Krieges oder pornographische und die Würde des Menschen verletzende Praktiken zum Gegenstand haben, werden nach den rechtlichen Möglichkeit verboten.

 

 

 

Anlage 1) zu TOP

 

 

Satzung

über die Erhebung von Vergnügungssteuer in der Stadt Borken

(Vergnügungssteuersatzung) vom 18.12.2002......

 

Aufgrund des § 7 der Gemeindeordnung für das Land Nordrhein-Westfalen in der Fassung der Bekanntmachung vom 14. Juli 1994 (GV NRW S. 666/SGV NRW 2023), zuletzt geändert durch Gesetz zur Errichtung einer Gemeindeprüfungsanstalt vom 30. April 2002 (GV NRW 2002, S. 160) und der §§ 1 bis 3 und § 20 Abs. 2 Buchst. b des Kommunalabgabengesetzes für das Land Nordrhein-Westfalen (KAG) vom 21. Oktober 1969 (GV NRW S. 712/SGV NRW 610), zuletzt geändert durch Art. 74 des Gesetzes zur Anpassung des Landesrechts an den Euro vom 25. September 2001 (GV NRW 2001 S. 708), hat der Rat der Stadt Borken in seiner Sitzung am 18.12.2002 folgende Vergnügungssteuersatzung beschlossen:

 

 

I. Allgemeine Bestimmungen

 

§ 1

Steuergegenstand

 

Der Besteuerung unterliegen die im Gebiet der Stadt Borken veranstalteten nachfolgenden Vergnügungen (Veranstaltungen):

 

1.   Tanzveranstaltungen gewerblicher Art;

 

2.   Striptease-Vorführungen und Darbietungen ähnlicher Art;

 

3.   Vorführungen von pornographischen und ähnlichen Filmen oder Bildern - auch in Kabinen -;

 

4.   Ausspielungen von Geld oder Gegenständen in Spielklubs, Spielkasinos und ähnlichen Einrichtungen;

 

5.   das Halten von Spiel-, Musik-, Geschicklichkeits-, Unterhaltungs- oder ähnlichen Apparaten in

 

a)   Spielhallen oder ähnlichen Unternehmen,

 

b)   Gastwirtschaften, Beherbergungsbetrieben, Kasernen, Vereins-, Kantinen- oder ähnlichen Räumen sowie an anderen für jeden zugänglichen Orten.

 

Als Spielapparate gelten insbesondere auch Personalcomputer, die überwiegend zum individuellen Spielen oder zum gemeinsamen Spielen in Netzwerken oder über das Internet verwendet werden.

 

 

 

 

 

§ 2

Steuerfreie Veranstaltungen

 

Steuerfrei sind

 

1.   Familienfeiern, Betriebsfeiern und nicht gewerbsmäßige Veranstaltungen von Vereinen;

 

2.   Veranstaltungen von Gewerkschaften, politischen Parteien und Organisationen sowie von Religionsgemeinschaften des öffentlichen Rechts oder ihrer Organe;

 

3.   Veranstaltungen, deren Ertrag ausschließlich und unmittelbar zu mildtätigen oder gemeinnützigen Zwecken verwendet wird, wenn der Zweck bei der Anmeldung nach § 11 angegeben worden ist und der verwendete Betrag mindestens die Höhe der Steuer erreicht;

 

4.   das Halten von Apparaten nach § 1 Nr. 5 im Rahmen von Volksbelustigungen, Jahrmärkten, Kirmessen und ähnlichen Veranstaltungen.

 

 

§ 3

Steuerschuldner

 

Steuerschuldner ist der Unternehmer der Veranstaltung (Veranstalter). In den Fällen des § 1 Nr. 5 ist der Halter der Apparate (Aufsteller) Veranstalter.

 

 

§ 4

Erhebungsformen

 

(1) Die Steuer wird erhoben als

 

1.   Kartensteuer nach §§ 5 und 6,

 

2.   Pauschsteuer nach §§ 7 bis 10.

 

(2) Ist die Pauschsteuer höher als die Kartensteuer, wird die Pauschsteuer erhoben.

 

(3) Die Steuer ist für jede Veranstaltung gesondert zu berechnen. Finden im Zeitraum eines Kalendermonats mehrere Veranstaltungen gleicher Art desselben Veranstalters und am gleichen Ort statt, so wird eine Pauschsteuer nach Absatz 1 Ziff. 2 nur dann erhoben, wenn bei Zusammenfassung aller Veranstaltungen dieses Zeitraums die Pauschsteuer höher ist als die Kartensteuer.

 

 

 

 

 

 

II. Kartensteuer

 

§ 5

Eintrittskarten

 

(1) Wird für eine Veranstaltung ein Eintrittsgeld erhoben, so ist der Veranstalter verpflichtet, Eintrittskarten oder sonstige Ausweise, die im Sinne dieser Satzung als Eintrittskarten gelten, auszugeben.

 

(2) Der Veranstalter ist verpflichtet, auf die Eintrittspreise sowie gegebenenfalls auf Art und Wert der Zugaben nach § 6 Abs. 2 am Eingang zu den Veranstaltungsräumen und an der Kasse in geeigneter Weise an für die Besucher leicht sichtbarer Stelle hinzuweisen.

 

(3) Bei der Anmeldung der Veranstaltung (§ 11) hat der Veranstalter die Eintrittskarten oder sonstigen Ausweise, die zu der Veranstaltung ausgegeben werden sollen, der Stadt Borken vorzulegen.

 

(4) Über die ausgegebenen Eintrittskarten oder sonstigen Ausweise hat der Veranstalter für jede Veranstaltung einen Nachweis zu führen. Dieser ist sechs Monate lang aufzubewahren und der Stadt Borken auf Verlangen vorzulegen.

 

(5) Die Abrechnung der Eintrittskarten ist der Stadt Borken binnen 7 Werktagen nach der Veranstaltung, bei regelmäßig wiederkehrenden Veranstaltungen monatlich bis zum 7. Werktag des nachfolgenden Kalendermonats vorzulegen.

 

 

§ 6

Steuermaßstab und Steuersatz

 

(1) Die Kartensteuer wird nach dem auf der Karte angegebenen Preis und der Zahl der ausgegebenen Eintrittskarten (§ 5) berechnet. Sie ist nach dem Entgelt zu berechnen, wenn dieses höher ist als der auf der Eintrittskarte angegebene Preis.

 

(2) Entgelt ist die gesamte Vergütung, die vor, während oder nach der Veranstaltung für die Teilnahme erhoben wird. In einem Teilnahmeentgelt enthaltene Beträge für Speisen und Getränke oder sonstige Zugaben bleiben bei der Steuerberechnung außer Ansatz. Sofern der Wert der den Teilnehmern gewährten Zugaben nicht exakt ermittelt werden kann, legt die Stadt Borken den Abzugsbetrag nach Satz 2 unter Würdigung aller Umstände pauschal fest.

 

(3) Der Steuersatz beträgt 22,00 v. H. des Eintrittspreises oder Entgelts.

 

(4) Die Stadt Borken kann den Veranstalter vom Nachweis der Anzahl der ausgegebenen Eintrittskarten und ihrer Preise befreien und den Steuerbetrag mit ihm vereinbaren, wenn dieser Nachweis im Einzelfalle besonders schwierig ist.

 

 

 

 

 

III. Pauschsteuer

 

§ 7

Nach dem Spielumsatz

 

(1) Für Spielklubs, Spielkasinos und ähnliche Einrichtungen beträgt die Pauschsteuer 6,00 v. H. des Spielumsatzes. Spielumsatz ist der Gesamtbetrag der eingesetzten Spielbeträge.

 

(2) Der Spielumsatz ist der Stadt Borken spätestens 7 Werktage nach der Veranstaltung zu erklären. Bei regelmäßig wiederkehrenden Veranstaltungen sind die Erklärungen monatlich bis zum 7. Werktag des nachfolgenden Monats abzugeben.

 

(3) Die Stadt Borken kann den Veranstalter von dem Einzelnachweis der Höhe des Spielumsatzes befreien und den Steuerbetrag mit ihm vereinbaren, wenn dieser Nachweis  im Einzelfalle besonders schwierig ist.

 

 

§ 8

Nach der Anzahl der Apparate

 

(1) Die Pauschsteuer für das Halten von Spiel-, Musik-, Geschicklichkeits-, Unterhaltungs- oder ähnlichen Apparaten wird nach deren Anzahl erhoben.

 

(2) Die Steuer beträgt je Apparat und angefangenen Kalendermonat bei der Aufstellung

 

1.   in Spielhallen oder ähnlichen Unternehmen (§ 1 Nr. 5 a) bei

 

Apparaten mit Gewinnmöglichkeit                                                                                  150,00 Euro

Apparaten ohne Gewinnmöglichkeit                                                                               35,00 Euro

 

2.   in Gastwirtschaften und sonstigen Orten (§ 1 Nr. 5 b) bei

Apparaten mit Gewinnmöglichkeit                                                                                  50,00 Euro

Apparaten ohne Gewinnmöglichkeit                                                                               25,00 Euro

 

3.   in Spielhallen, Gastwirtschaften und an sonstigen Orten

(§ 1 Nr. 5 a und b) bei Apparaten, mit denen Gewalttätig-

keiten gegen Menschen und/oder Tiere dargestellt werden

oder die die Verherrlichung oder Verharmlosung des Krieges

oder pornographische und die Würde des Menschen ver-

letzende Praktiken zum Gegenstand haben                                                                  200,00 Euro

 

(3) Besitzt ein Apparat mehrere Spieleinrichtungen, so gilt jede dieser Einrichtungen als ein Apparat. Apparate mit mehr als einer Spieleinrichtung sind solche, an denen gleichzeitig zwei oder mehr Spielvorgänge ausgelöst werden können.

 

(4) Tritt im Laufe eines Kalendermonats an die Stelle eines Apparates ein gleichartiger Apparat, so wird die Steuer für diesen Kalendermonat nur einmal erhoben.

 

(5) Der Halter hat die erstmalige Aufstellung eines Apparates sowie jede Änderung hinsichtlich Art und Anzahl der Apparate an einem Aufstellort bis zum 7. Werktag des folgenden Kalendermonats schriftlich anzuzeigen. Bei verspäteter Anzeige bezüglich der Entfernung eines Apparates gilt als Tag der Beendigung des Haltens der Tag des Anzeigeneingangs. Ein Apparatetausch im Sinne des Abs. 4 braucht nicht angezeigt zu werden.

 

 

§ 9

Nach der Größe des benutzten Raumes

 

(1) Für die Veranstaltungen nach § 1 Nrn. 1 - 2 ist die Pauschsteuer nach der Größe des benutzten Raumes zu erheben, wenn kein Eintrittsgeld erhoben wird. Die Größe des Raumes berechnet sich nach dem Flächeninhalt der für die Veranstaltung und die Teilnehmer bestimmten Räume einschließlich des Schankraumes, aber ausschließlich der Küche, Toiletten und ähnlichen Nebenräumen. Entsprechendes gilt für Veranstaltungen im Freien.

 

(2) Die Pauschsteuer beträgt je Veranstaltungstag und angefangene zehn Quadratmeter Veranstaltungsfläche in geschlossenen Räumen 1,50 Euro. Bei Veranstaltungen im Freien beträgt die Pauschsteuer 0,75 Euro je Veranstaltungstag und angefangene zehn Quadratmeter Veranstaltungsfläche. Endet eine Veranstaltung erst am Folgetag, wird ein Veranstaltungstag für die Berechnung zu Grunde gelegt.

 

(3) Die Stadt Borken kann den Steuerbetrag mit dem Veranstalter vereinbaren, wenn die Ermittlung der Veranstaltungsfläche besonders schwierig ist.

 

 

§ 10

Nach der Roheinnahme

 

(1) Die Pauschsteuer ist, soweit sie nicht nach den Vorschriften der §§ 7, 8 und 9 festzusetzen ist, nach der Roheinnahme zu berechnen. Der Steuersatz beträgt 22,00 v. H. Als Roheinnahme gelten sämtliche vom Veranstalter gemäß § 6 Abs. 2 von den Teilnehmern erhobenen Entgelte.

 

(2) Die Roheinnahmen sind der Stadt Borken spätestens 7 Werktage nach der Veranstaltung zu erklären. Bei regelmäßig wiederkehrenden Veranstaltungen sind die Erklärungen monatlich bis zum 7. Werktag des nachfolgenden Monats abzugeben.

 

(3) Die Stadt Borken kann den Veranstalter von dem Einzelnachweis der Höhe der Roheinnahme befreien und den Steuerbetrag mit ihm vereinbaren, wenn dieser Nachweis im Einzelfalle besonders schwierig ist.

 

 

IV. Gemeinsame Bestimmungen

 

§ 11

Anmeldung und Sicherheitsleistung

 

(1) Die Veranstaltungen nach § 1 Nrn. 1 - 4 sind spätestens zwei Wochen vor deren Beginn bei der Stadt Borken anzumelden. Bei unvorbereiteten und nicht vorherzusehenden Veranstaltungen, ist die Anmeldung an dem auf die Veranstaltung folgenden Werktage nachzuholen. Veränderungen, die sich auf die Höhe der Steuer auswirken, sind umgehend anzuzeigen.

 

(2) Die Stadt Borken ist berechtigt, eine Sicherheitsleistung in Höhe der voraussichtlichen Steuerschuld zu verlangen. Bei mehreren geplanten Veranstaltungen innerhalb eines Kalendermonats ist der Gesamtbetrag dieses Monats maßgebend. Die Sicherheitsleistung beträgt im Falle des § 1 Nr. 4 mindestens 500,00 Euro.

 

 

§ 12

Entstehung des Steueranspruches

 

Der Vergnügungssteueranspruch entsteht im Falle der Pauschsteuer nach § 8 mit der Aufstellung des Apparates an den in § 1 Nr. 5 genannten Orten, ansonsten mit dem Abschluss der Veranstaltung.

 

 

§ 13

Festsetzung und Fälligkeit

 

(1) Die Stadt Borken ist berechtigt, bei regelmäßig wiederkehrenden Veranstaltungen die Pauschsteuer für einzelne Kalendervierteljahre im Voraus festzusetzen. In diesen Fällen ist die Steuer innerhalb der ersten 14 Tage eines Kalendervierteljahres zu entrichten.

 

(2) Die Vergnügungssteuer, die für zurückliegende Zeiträume festgesetzt wird, ist innerhalb eines Monats nach Bekanntgabe des Steuerbescheides zu entrichten.

 

 

§ 14

Verspätungszuschlag

 

Gegen den Veranstalter, der seiner Verpflichtung zur Anmeldung der Veranstaltung nicht oder nicht fristgemäß nachkommt, kann ein Verspätungszuschlag festgesetzt werden.

 

In den Fällen, in denen durch falsche Angaben zur Veranstaltung die Vergnügungssteuer zu niedrig festgesetzt worden ist, kann ebenfalls ein Verspätungszuschlag festgesetzt werden.

 

Der Verspätungszuschlag beträgt 25 v. H., höchstens jedoch 500,00 Euro, von der zu erhebenden Steuer, die auf die Zeit von der Entstehung des Steueranspruches bis zum Ablauf des Monats der Anmeldung bzw. der Festsetzung von Amts wegen fällt.

 

 

§ 15

Ordnungswidrigkeiten

 

Ordnungswidrig im Sinne von § 20 Abs. 2 Buchstabe b) des Kommunalabgabengesetzes für das Land Nordrhein-Westfalen vom 21. Oktober 1969, in der jeweils geltenden Fassung, handelt, wer als Veranstalter vorsätzlich oder leichtfertig folgenden Vorschriften bzw. Verpflichtungen zuwiderhandelt:

 

1.   § 5 Abs. 1:    Ausgabe von Eintrittskarten

 

2.   § 5 Abs. 2:    Hinweis auf die Eintrittspreise

 

3.   § 5 Abs. 3:    Vorlage der Eintrittskarten bei der Anmeldung der Veranstaltung

 

4.   § 5 Abs. 4:    Führung und Aufbewahrung des Nachweises über die

      ausgegebenen Eintrittskarten

 

5.   § 5 Abs. 5:    Abrechnung der Eintrittskarten

 

6.   § 7 Abs. 2:    Erklärung des Spielumsatzes

 

7.   § 8 Abs. 5:   Anzeige der erstmaligen Aufstellung eines Spielapparates sowie

                            Änderung (Erhöhung) des Apparatebestandes

 

8.   § 10 Abs. 2: Erklärung der Roheinnahmen

 

9.   § 11 Abs. 1: Anmeldung der Veranstaltung und umgehende Anzeige von

       steuererhöhenden Änderungen

 

 

§ 16

Inkrafttreten

 

Diese Vergnügungssteuersatzung tritt am 1. Januar 2003 in Kraft. Gleichzeitig tritt die Vergnügungssteuersatzung der Stadt Borken vom 20. Oktober 1988 außer Kraft.

 


Abstimmungsergebnis:              

Einstimmige Annahme