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TOP Ö 3: Verkehrliche Anbindung/Funktion und Gestaltung der Weseler Landstraße im Zuge der weiteren Entwicklung Borken-West (Hovesath) - Sachstandsbericht

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Sitzung:20.02.2002   UPA/02/2002 
Beschluss:ungeändert beschlossen
Vorlage:  V 2002/022 
DokumenttypBezeichnungAktionen
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Beschluss:

 

Der Ausschuss nimmt den Sachstandsbericht zustimmend zur Kenntnis.

 

Die Verwaltung wird beauftragt, die Planung der Weseler Landstraße auf der Grundlage der vorgestellten Planungen fortzuführen und die Entwicklungsplanungen für den 3. und 4. Realisierungsabschnitt auf die vorgestellte Gestaltung des Straßenquerschnitts abzustimmen.


zu 3           Verkehrliche Anbindung/Funktion und Gestaltung der Weseler Landstraße im Zuge der weiteren Entwicklung Borken-West (Hovesath)
- Sachstandsbericht
Vorlage:   V 2002/022

Technischer Beigeordneter Höving stellt Herrn Dahlhaus als neuen Mitarbeiter im Fachbereich Stadtentwicklung, Umwelt und Bauen vor.

 

Er führt aus, dass der neue Stadtteil Hovesath im ersten Bauabschnitt 1.900 Mitbewohner beherberge und der zweite Abschnitt langsam auf die Weseler Straße zurückt. Langfristig werden in dem gesamten Stadtteil ca. 5.000 Einwohner leben. Dieser soll zukünftig nicht nur Wohnstandort für die Bewohner sein, sondern auch über einen Nachversorgungsbereich an der Weseler Straße und weiteren Dienstleistungs- und Gewerbebetrieben verfügen. Die Weseler Straße sei heute noch eine Landstraße und soll einmal zur Gemeindestraße abgestuft werden, wenn die B 67 weiterführt wird. Langfristig werde sich die Wohnentwicklung über die Weseler Straße erstrecken. Die anstehende Wohnentwicklung sehe den Sprung über die Weseler Landstraße bis zur Trasse der B 67 n vor.

 

Der gesamte Stadtteil Borken-West habe mehrere Hauptverbindungsstraßen. Zu nennen seien hier die Bocholter Straße mit dem Nordring im Norden, die noch fehlende Anbindung zur B 67 n im Süden, die Weseler Straße und die Weseler Landstraße als Hauptsammelstraße des Wohngebietes. Die Weseler Landstraße werde weitgehend anbaufrei geplant.

 

Die Lindenallee, die im Stadtteil Hovesath noch eine ganz besondere Qualität habe, wurde bereits 1826 urkundlich erwähnt. Die Weseler Landstraße mit den alten Linden wird zukünftig Hauptsammelstraße des Baugebietes sein. Mit ca. 5 m Querschnitt stelle sie heute schon ein Problem im Begegnungsverkehr dar und der zunehmende Verkehr mache den Bäumen arg zu schaffen. Dazu kommen enorme Straßenschäden durch den Baustellenverkehr.

 

Man müsse sich jetzt Gedanken darüber machen, wie die Straße ihrer zukünftigen Funktion als Hauptsammelstraße gerecht und wie und ob die Allee erhalten werden könne. Darüber haben sich das Tiefbauamt, die Gärtnerei, das Ordnungsamt und das Planungsamt Gedanken gemacht. Herr Dahlhaus habe dieses Thema federführend bearbeitet und werde jetzt die Analyse und die daraus abgeleitete Verwaltungsempfehlung erläutern.

 

Anhand einer Computerpräsentation erläutert Sachbearbeiter Dahlhaus die Entwicklung nördlich der Weseler Landstraße sowie die Planungsvorgaben und –restriktionen für die anstehende Entwicklung südlich der Weseler Landstraße. Die Weseler Straße sei eine Lindenallee, die auf jeden Fall erhaltswert sei. Sie sei eine wichtige Zufahrt zum Borkener Südwesten, eine Belebung des Landschaftsbildes, eine wichtige Orientierungshilfe und wirke geschwindigkeitsdämpfend. Des Weiteren besitze die Allee ökologische Qualitäten hinsichtlich des Kleinklimas, der Minderung von Temperaturextremen, der Verringerung der Windgeschwindigkeiten, der Vernetzung der Landschaftselemente und des Lebensraumes für Insekten, Vögel und Kleinsäuger.

 

Anhand von Fotos dokumentiert er, dass sich die Straße in einem sehr schlechten baulichen Zustand befinde und die zu schmalen Banketten bzw. Grünstreifen die Bäume gefährden. Die Straße müsse auf jeden Fall saniert werden. Sie verfüge über einen zu geringen Fahrbahnquerschnitt und zu wenig Lichtraumprofil. Da die Straße nur über eine Breite 4,95 - 5,10 m verfüge, werde oft in die Bankette ausgewichen, die bereits sehr ausgefahren sei. Bei einer durchgeführten Verkehrszählung wurden rd. 2000 Kfz. gezählt, wobei die Straße die Belastung heute schon nicht mehr tragen könne. Zukünftig werden 5000 – 6000 Kfz. auf der gesamten Achse erwartet. Diese Zahl ergebe sich aus der derzeitigen Belastung zzgl. zukünftige Bewohnerverkehre, steigende Verkehrsfunktion bei Anschluss an die Weseler Straße an die weitergeführte B 67 n und der allgem. Verkehrszunahme. Eine bauliche Veränderung sei von daher dringend notwendig.

 

Nach der Vorstellung der Bestandssituation und der Erläuterung unterschiedlicher Planungsvarianten werde die Variante “Südlicher Fuß- und Radweg” von der Verwaltung zur weiteren Planung empfohlen. Hierbei würde südlich eine zweite Fahrbahn angelegt, die im Bereich einer Engstelle (Weseler Landstr. 197 und 197 a) zu einer Fahrbahn mit zwei Richtungsfahrbahnen zusammengelegt werden könnte, um dann weiter östlich wieder zu zwei Fahrbahnstreifen auseinandergeführt zu werden. Die vorhandene Fahrbahn könne auf max. 3,75 m reduziert werden, was zu einem zusätzlichen Schutz der Bäume führen würde. Des Weiteren wäre ein zusätzlicher Fuß- und Radweg anzulegen und die Allee würde weitgehend erhalten bleiben. Bei dieser Alternative sei jedoch Grunderwerb erforderlich. Der jetzige Eigentümer sei wohl zu Grundstücksverhandlungen bereit.

 

Stadtverordnete Saatkamp fragt nach, ab wo der zweispurige Fahrbahnverlauf beginne und ob es noch andere Möglichkeiten eine Verkehrsreduzierung gäbe. Sie halte ein Kraftfahrzeugaufkommen von 5000 – 6000 für sehr viel.

 

Sachbearbeiter Dahlhaus führt dazu aus, dass der zweispurige Fahrbahnverlauf stadtauswärts ab der Altbebauung Weseler Landstraße beginnen könne. Des Weiteren hoffe man darauf, dass durch den zusätzlichen Fuß- und Radweg mehr Einwohner auf das Auto verzichten und sich zu Fuß oder per Rad fortbewegen. Da die Straße jedoch eine höhere verkehrliche Bedeutung bekomme und es durch die neuen Wohngebiete zu einem erhöhten Verkehrsaufkommen kommen werde, sollte die Straße auch sicher als Sammelstraße ausgebaut werden.

 

Vorsitzender Flinks wertet es positiv, dass der Anlieger an der Weseler Landstraße bereit sei, Änderungen zuzulassen. Die Straße käme durch den Ausbau schließlich näher an das Haus heran. Bei rund 5000 Einwohnern und 2 Autos pro Haushalt im neuen Stadtteil sei ein entsprechender Ausbau von Sammelstraßen notwendig. Er halte den Vorschlag der Verwaltung für die beste Lösung, die er sehr gut nachvollziehen könnte und die auch finanzierbar sei.

 

Sachkundiger Bürger Kindermann fragt nach, ob die Anbindung der Weseler Landstraße an die Weseler Straße durch einen Kreisverkehr erfolge und ob auch einmal über die Anlegung einer dritten Baumreihe nachgedacht wurde.

 

Fachbereichsleiter Mehl führt aus, dass die Anbindung durch einen Kreisverkehr zur Diskussion stehe. Dies müsse nach Abstufung der Weseler Straße mit dem Landesbetrieb Straßenbau NRW besprochen werden.

 

Sachbearbeiter Dahlhaus teilt mit, dass die Anpflanzung einer dritten Baumreihe nicht vorgesehen sei und Technischer Beigeordneter Höving fügt ergänzend hinzu, dass die Anpflanzung einer dritten Baumreihe sicherlich interessant sei, der Straßenquerschnitt mit ca. 25 m viel zu breit werden würde und nicht vertretbar sei.

 

Stadtverordneter Plaßmann fragt nach, ob die Anlegung einer zweiten Fahrbahn nicht nord-westlich erfolgen könne und Fachbereichsleiter Mehl führt dazu aus, dass sich dort jetzt ein Fuß- und Radweg befinde und für eine zweite Fahrbahn kein Platz mehr vorhanden sei.

 

Stadtverordneter König erkundigt sich nach möglichen Maßnahmen der Verkehrsberuhigung, wie z.B. Pflasterkissen, und Fachbereichsleiter Mehl führt dazu aus, dass ein verkehrsberuhigter Ausbau nicht vorgesehen sei aber Aufpflasterungen evtl. möglich seien, die eine Überfahrung mit 50 km/h zuließen.

 

Technischer Beigeordneter Höving erklärt, dass die Straße zukünftig weitgehend anbaufrei sein werde und der Rad- und Fußweg zu beiden Seiten durch einen Grünstreifen von der Fahrbahn getrennt sei. Die Fahrbahnen ließen sich möglicherweise noch reduzieren. Man dürfe eine anbaufreie Sammelstraße nicht in ihrer Funktion mit Pflasterkissen drastisch einschränken, wenn andere Mittel zur Geschwindigkeitsreduzierung möglich seien.

 

Stadtverordneter Baumgarten stellt die Vereinbarkeit von verkehrsberuhigenden Maßnahmen und Sicherstellung des Verkehrsflusses bei erhöhtem Verkehrsaufkommen in Frage.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Abstimmungsergebnis:              

 

Einstimmige Annahme