Tagesordnungspunkt

TOP Ö 5.2: Nahwärmekonzept der Stadtwerke Borken/Westf. GmbH zur Entwicklung des Schmeing-Geländes in Weseke

BezeichnungInhalt
Sitzung:10.04.2019   UPA/03/2019 
Beschluss:ungeändert beschlossen
Abstimmung: Ja: 19, Nein: 0, Enthaltungen: 0, Befangen: 0
Vorlage:  V 2019/096 
DokumenttypBezeichnungAktionen
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Beschluss:

 

Der Umwelt- und Planungsausschuss begrüßt die Entwicklung eines kalten Nahwärmenetzes und stimmt diesem Vorhaben zu.


Herr Prof. Giel und Herr Nienhaus stellen anhand der als Anlage beigefügten Präsentation die Funktionsweise eines kalten Nahwärmenetzes vor.

 

Stv. Wingerter fragt nach der entstehenden Raumtemperatur.

 

Herr Prof. Giel erläutert, dass es so warm werde, wie der Kunde dies wünsche. Die Raumtemperatur hänge nicht vom Netz ab. Problematisch werde es erst dann, wenn langfristig sehr viel warmes Wasser nachgefragt werde. Ab höheren Warmwassertemperaturen sei das System weniger effizient. Daher werde eine Flächenheizung in Form einer Fußbodenheizung benötigt.

 

Technischer Beigeordneter Kuhlmann ergänzt, dass eine Delegation der Stadt und der Stadtwerke den Ort Schifferstadt besucht habe, wo ein entsprechendes Netz bereits umgesetzt worden sei. Dort habe man vier Häuser besucht und die Anlieger befragt, ob das System funktioniere. Das System werde dort als sehr angenehm empfunden.

 

Stv. Kranenburg hinterfragt, wie sich ein Haus mit einem kalten Nahwärmenetz von einem Haus mit Gasheizung unter Berücksichtigung des deutschen Energiemixes im Hinblick auf den CO²-Ausstoß unterscheide.

 

Herr Prof. Giel antwortet, dass die Art der Ernegieerzeugung im Vergleich zur Biomasseheizung wenig schlechter ist. Im Übrigen sei das System mit einem Primärengergiefaktor von 0,5 anstelle von 0,9 bei üblicher Energieerzeugung deutlich besser als Gas oder Öl.

 

Stv. Niemeyer bittet um Erläuterung, wie das Projekt bei den Stadtwerken vor Ort tatsächlich umgesetzt werde.

 

Herr Niehaus erklärt, dass die Stadtwerke ein Contractingsystem planen. Dies bedeute, dass die Stadtwerke die Wärmepumpen kaufen und diese den Kunden für 15 Jahre zur Verfügung stellen, sodass die Kosten für die Kunden planbar seien. Die Installation erfolge durch ortsansässige Handwerker.

 

Stv. Richter erklärt, dass das kalte Nahwärmenetz eine konsequente Fortsetzung der klimagerechten Planung ist. Er möchte wissen, ob es ein technischer Ansatz wäre, dass im Bereich der Straßen in 1,00 m bis 1,20 m Tiefe horizontale Kollektoren verlegt werden, um so Kosten zu sparen.

 

Herr Prof. Giel erläutert, dass es sich hier um eine kombinierte Maßnahme handele. Die Anbindungsleitung sei bereits ein horizontaler Kollektor. Es mache keinen Sinn, den Kollektor durch die Straße zu ziehen, da die Leitungen überdimensioniert ausgelegt seien, damit jede Pumpe genug Druck aufbauen könne. Die Energie aus der Straße werde bereits aufgenommen. Der Vorteil der Tiefenbohrung liege in der Versorgungssicherheit zu Spitzenzeiten, da durch Tiefenbohrungen dann mehr Leistung zur Verfügung stehe als bei einem reinen Flächenkollektor.

 

Stellvertretender Vorsitzender Kindermann fragt, ob es sein könne, dass der letzte Anlieger nicht mehr genügend Energie erhalte.

 

Herr Prof. Giel erklärt, dass es eine große Durchströmung im Netz gebe, sodass für jeden Anlieger genug Energie vorhanden sei.

 

Stv. Wingerter möchte wissen, in welcher Tiefe die Sonden verlegt würden.

 

Herr Prof. Giel sagt, dass die Sonden in ca. 100 m Tiefe verlegt würden.

 

Stv. Tautz fragt, wie viele Sonden für das Schmeing-Gelände gebohrt werden müssten.

 

Herr Prof. Giel erläutert, dass voraussichtlich 2.400 Bohrmeter und damit 24 Sonden á 100 m, verlegt werden müssten.

 

Stv. Richter stellt dar, dass die Kosten sinken, je mehr Anschlussnehmer vorhanden seien. Er fordert, dass Gespräche mit dem Investor für die Altenwohnanlage geführt werden, damit diese ebenfalls angeschlossen werden könne. Zudem solle auch für den äußeren Ring des Geländes nach einer Möglichkeit gesucht werden, damit auch diese Anlieger an das kalte Nahwärmenetz angeschlossen werden könnten.

 

Herr Niehaus sagt, dass mit dem Investor der Altenwohnanlage bereits Gespräche geführt worden seien. Es würden weitere Sonden im Bereich des Parkplatzes der Anlage installiert. Grundsätzlich sei es besser, je mehr Anlieger an das System anschließen. Allerdings sollten zunächst nur die 47 verpflichteten Anlieger sowie die Altenwohnanlage an das Netz angeschlossen werden.

 

Herr Prof. Giel ergänzt, dass das Netz effizienter werde, wenn es wachse. Grundsätzlich könnten auch die äußeren Anlieger ohne Probleme angeschlossen werden. Ggf. solle der Markt entscheiden, ob diese anschließen oder nicht.

 

Stv. Richter fordert für diesen Fall den Abschluss von Grunddienstbarkeiten, um einen Anschluss der äußeren Grundstücke an das Netz zu ermöglichen.

 

Stv. Niemeyer fragt, ob es möglich sei, an das Netz weitere Sondenfelder anzuschließen, wenn sich zeige, dass dieses nicht mehr ausreichend sei.

 

Herr Prof. Giel erklärt, dass das Netz durch weitere Sondenfelder erweiterbar sei und die Sondenleitungen aufgrund unnötiger Dämmung sehr günstig zu verlegen seien.


Abstimmungsergebnis:

 

Annahme mit

19 Ja-Stimmen,

0 Nein-Stimmen,

0 Enthaltungen