Tagesordnungspunkt

TOP Ö 3: Versorgung von Schlaganfallpatienten in Borken - Sachstandsbericht durch Herrn Christoph Bröcker, Geschäftsführer Klinikum Westmünsterland GmbH

BezeichnungInhalt
Nachtrag:12.11.2018 
Sitzung:22.11.2018   AGSGI/02/2018 
DokumenttypBezeichnungAktionen

 

 


Herr Bröcker erläutert zunächst, was unter einer Stroke Unit – Schlaganfallstation – zu verstehen ist und geht dann auf die Voraussetzungen für den Betrieb und die Abrechnung einer solchen Station ein.

 

Insbesondere weist er hierbei auf die Komplexpauschale als aktuellen Streitpunkt hin. Um die benötigte Infrastruktur einer Stroke Unit finanzieren zu können, erhalten die Krankenhäuser einen Zuschlag für die Behandlung der Patienten – die sogenannte Komplexpauschale.

 

Voraussetzung für die Gewährung der Pauschale ist Erreichbarkeit einer Neurochirurgie und Neuroradiologie innerhalb von 30 Minuten. Durch ein aktuelles Urteil des Bundessozialgerichtes beginnt die Transportzeit bereits mit der Entscheidung des Mediziners zur Verlegung des Patienten.

 

Die durchschnittliche Transportzeit der Borkener Einrichtung beträgt 35 Minuten.

 

Auf Grund der Entfernungen sind im gesamten ländlichen Raum die aktuellen zeitlichen Grenzwerte nicht einzuhalten.

 

Aus medizinischer Sicht wäre die Ausweitung des Grenzwertes über 30 Minuten hinaus zudem unproblematisch. In der Folge ist man aktuell darum bemüht, für die Bereiche außerhalb der Ballungsräume einen Zeitzuschlag zu erreichen.

 

Die Komplexpauschale ist für den Betrieb einer Stroke Unit existenziell. Erschwerend kommt hinzu, dass auch wenn nur ein geringer Anteil der Schlaganfallpatienten transportiert werden muss, die Pauschale komplett gestrichen wird.

 

Der Erhalt der Stroke Unit ist für die Versorgung umso wichtiger, da alternative Standorte für alle Borkener Schlaganfallpatienten – und nicht nur die, die verlegt werden müssen -  nur mit erheblichem Zeitaufwand zu erreichen wären.

 

In der sich anschließenden Diskussion versuchen die Ausschussmitglieder alternative Lösungsmöglichkeiten aufzuzeigen. Fraktionsübergreifend wird der Erhalt der Stroke Unit als unerlässlich und alternativlos für Borken und den gesamten Einzugsbereich angesehen. Daher wollen die Ausschussmitglieder alles in ihrer Macht stehende zur Unterstützung unternehmen.

 

 

Anmerkung der Verwaltung: Die vortragsbegleitende Präsentation ist zur Information der Niederschrift als Anlage beigefügt.