Tagesordnungspunkt

TOPʅ 4: Lärmaktionsplanung Stufe 3

BezeichnungInhalt
Sitzung:05.06.2018   UPA/04/2018 
Beschluss:Kenntnis genommen
Vorlage:  V 2018/119 
DokumenttypBezeichnungAktionen
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Herr Gesing (Ingenieurbüro Wenker & Gesing) erläutert anhand der als Anlage beigefügten Präsentation die Lärmaktionsplanung.


Bürgermeisterin Schulze Hessing gibt an, dass das subjektive Empfinden bezüglich Lärm bei den Bürgerinnen und Bürger wohl anders sei und möchte wissen, warum die Fahrzeuge gezählt würden und keine Lärmmessung durchgeführt werde. Der Maßnahmenkatalog sei nur teilweise umsetzbar, da viele Bundes- und Landesstraßen betroffen seien. Die B70 habe zum Beispiel eine ganze andere Verkehrsdichte als vor fünfzig Jahren. Bei alten Bestandssiedlungen an der B70 werde der Lärmschutz nicht berücksichtigt, aber bei neuen Baugebieten müsse eine Lärmschutzwand errichtet werden.


Herr Gesing erklärt, dass die Fahrzeuge gezählt würden, da eine Messung sehr viel Aufwand bedeute. Zudem sei eine Messung immer langfristig durchzuführen da es sich um Jahresergebnisse handele. Beim Zählen werden Hochrechnungsfaktoren verwendet, womit der Durchschnitt ermittelt werden könne.


Bürgermeisterin Schulze Hessing möchte wissen, ob die Hochrechnungswerte so konkret seien, dass sie auch die Realität widerspiegelten.


Herr Gesing gibt an, dass Verkehrslärm immer gezählt werde, da es weniger Aufwand sei. An Hotspots könne eine Messung durchgeführt werden, aber für ganz Borken sei der Aufwand viel zu hoch und würde viel zu lange dauern. Verkehrslärm werde immer erst gezählt und dann hochgerechnet. Danach könne eine Maßnahme gegen Lärmschutz erfolgen.


Bürgermeisterin Schulze Hessing stellt fest, dass das Baugebiet an der B70 im Bereich BO 68 Haspelkamp so vor Lärm geschützt werde, dass es ausreichend sei.


Herr Gesing erläutert, dass an Hotspots Messungen durchgeführt werden könnten um zu schauen, ob die Zählungen tatsächlich passten. Anerkannt seien aber nur Zählungen. Die Lärmschutzmaßnahmen seien vom Straßenbaulastträger abhängig, Wände und Wälle seien wohl eher möglich.


Bürgermeisterin Schulze Hessing fügt hinzu, dass auch nur mit Zustimmung des Straßenbaulastträgers Wände und Wälle möglich seien.


Stv. Niemeyer möchte wissen, welche Örtlichkeiten auf Folie 12 im grünen Kästen gemeint seien.


Herr Gesing gibt an, dass die Frage über die Niederschrift beantwortet werde.


Antwort von Herrn Eicker vom Ingenieurbüro Wenker und Gesing:

Die in der Präsentation auf der Folie 12 aufgelisteten Betroffenheiten oberhalb der Auslösewerte sind an folgenden Straßenabschnitten in Borken zu finden, ergänzend finden Sie hierzu auch Kartenausschnitte im Anhang (TOP 4 - Umgebungslärmhotspots):

L 581 (Ahauser Straße), Ecke Coesfelder Straße

L 581 (Nordring), Ecke Heidener Straße

L 600 (Heidener Straße), kurz vor B 67

Die aus den Lärmhotspots (lilafarbender Bereich in den Kartenaussschnitten) ermittelte Anzahl der von Lärm belasteten Menschen oberhalb der Auslösewerte (vgl. Folie 12) basiert auf Basis statistischer Werte aus dem Verhältnis der Gesamtbewohneranzahl zu der gesamten Anzahl an Gebäuden im Borkener Stadtgebiet. In der Lärmkartierung des LANUV wird hierbei jedem Gebäude ein entsprechender spezifischer Einwohnerwert zugeordnet. Auf dieser Datenbasis kann es dazu kommen, dass beim Abgleich der Lärmhotspots aus der Lärmkartierung mit den Meldedaten aus dem Einwohnermeldeamt im Einzelfall tatsächlich mehr oder weniger Betroffenheiten vorliegen.


Stv. Niemeyer zweifelt an der Literatur bezüglich der Berechnungen, da die Realität anders ausschaue.


Stv. Richter merkt an, dass Lärm zu messen sehr teuer sei. In manchen Bereichen sei eine erhebliche Beeinträchtigung durch Lärm, obwohl der Messwert noch nicht erreicht sei. Leute, die Lärm nicht sehen nehmen ihn nicht so wahr, als wenn sie direkten Blickkontakt zum Verkehr haben. Bei erheblichen Zweifeln einer Zählung solle eine Messung des Straßenbaulastträger durchgeführt werden.


Herr Gesing erklärt, dass es bei Messungen häufig an Rechtssicherheit fehle, so lange nichts Gravierendes geändert wurde, bestehe kein Anspruch.


Bürgermeisterin Schulze Hessing wirft die Frage auf, ob eine neue Ampelanlage eine wesentliche Änderung sei.


Herr Gesing erläutert, dass eine neue Ampelanlage keine wesentliche Änderung sei.


Stv. Niemeyer möchte wissen, wie die Bevölkerung mit eingebunden werden solle.


Herr Gesing gibt an, dass Berichte für Lärmaktionsplanungen veröffentlicht würden, da könne reingeschaut werden, welche Maßnahmen durchgeführt werden. Dazu könnten dann, ähnlich wie beim Bauleitverfahren, Anregungen und Bedenken abgegeben werden.


Stv. Niemeyer stellt die Frage, ob solche Berichte bereits vorhanden seien, welche man sich anschauen könne.


Herr Gesing erklärt, dass es bereits Berichte gebe. Einige Fundstellen werden der Niederschrift beigefügt.


Antwort von Herrn Eicker vom Ingenieurbüro Wenker und Gesing:

Als Anlage (TOP 4 – Dorsten Stufe 2) ist beispielhaft die Lärmaktionsplanung der zweiten Stufe der Stadt Dorsten beigefügt. Hierbei sind die eingegangenen Anregungen u. a. den Zuständigkeiten und möglichen Lösungsmöglichkeiten gegenübergestellt worden. Aufgrund der räumlichen Nähe und der Anzahl an Betroffenheiten ist diese Lärmaktionsplanung bedingt mit den Gegebenheiten der Stadt Borken vergleichbar. Für weitere Erläuterungen und näheren Informationen zur Lärmkartierung sowie Umgebungslärm im allgemeinen ist das Umgebungslärmportal sehr zu empfehlen:

http://www.umgebungslaerm.nrw.de/


Stv. Ebbing möchte wissen, ob an einem Hotspot nichts gemacht werden könne, wenn die Stadt Borken nicht Straßenbaulastträger sei.


Herr Gesing erläutert, dass es nur mit Zustimmung des Straßenbaulastträgers möglich sei.


Stv. Kohlruss wirft die Frage auf, ob irgendwann die Hoffnung bestehe, dass die Anzahl der Autos unter drei Millionen falle.


Herr Gesing gibt an, dass man als Kommune immer mehr machen könne. So können auch Straßen mit einbezogen werden, welche nur von ein oder zwei Millionen Autos pro Jahr genutzt werden.


Stv. Richter stellt fest, dass es richtig sei, die Lärmquellen zu beurteilen. Wenn die E-Mobilität weiter sei, werde auch weniger Lärm vorhanden sein. In Zukunft müsse der Lärmschutz erneut hinterfragt werden.