Tagesordnungspunkt

TOP Ö 4: Schulentwicklungsplanung - Festlegung der Zügigkeiten der Borkener Schulen

BezeichnungInhalt
Sitzung:17.01.2018   AKS/01/2018 
Beschluss:ungeändert beschlossen
Vorlage:  V 2018/003 

Beschluss:


Ausschuss für Kultur, Schule und Sport


I. Schulentwicklung Grundschulen

  1. Der Ausschuss empfiehlt dem Rat, die Zügigkeit der Grundschulen der Stadt Borken wie folgt zu begrenzen:

Stadtteil Borken

- Josefschule – 2 Züge

- Johann-Walling-Schule – 2 Züge

- Remigiusgrundschule – 4 Züge (Überhangklasse bei Bedarf)



Stadtteil Gemen

- Cordulaschule – 3 Züge



Stadtteil Weseke

- Roncallischule – 2 Züge



Stadtteil Burlo/Borkenwirthe

- Astrid-Lindgren-Schule – 2 Züge

Stadtteil Marbeck

- Engelradingschule als Teilstandort der Josefschule – 1 Zug



II. Schulentwicklungsplanung Schulen der Sekundarstufe I und II

  1. Der Ausschuss empfiehlt dem Rat, die Zügigkeit des Gymnasium Remigianum auf 6 Züge zu begrenzen.

  2. Der Ausschuss empfiehlt dem Rat die Zügigkeit der Jodocus Nünning Gesamtschule auf 6 Züge zu begrenzen.







Der Ausschussvorsitzende Queckenstedt begrüßt Herrn Dr. Garbe.


Herr Dr. Garbe erläutert ausführlich die Schulentwicklungsplanung anhand einer medienunterstützten Präsentation.


Herr Kindermann verweist auf die Stellungnahme der Remigius-Grundschule, aus der hervorgehe, dass für einen Neubau die 5-Zügigkeit berücksichtigt werden solle. Zudem solle die Begrenzung der Zügigkeiten für die laufenden Anmeldungen geschoben werden bis zur nächsten Anmeldephase.


Frau Krüger erkundigt sich nach den Übergangszahlen von Jahrgangsstufe 1 auf 2 und möchte wissen, warum die Zahlen z.B. um 12 Kinder höher sei in Jahrgangsstufe 2 wie in Jahrgangsstufe 1.


Herr Dr. Garbe erklärt darauf hin, dass in Jahrgangsstufe 2 auch immer Schüler und Schülerinnen aus der Jahrgangsstufe 3 zurückgestuft werden würden. Ob die Zahlen tatsächlich so seien und es zur Bildung von 3 Klassen komme, sei fraglich.


Herr Nießing gibt an, dass es generell keine 5-zügige Grundschule geben solle. Die Remigius-Grundschule solle überwiegend 4-zügig bleiben und auch das Raumprogramm solle entsprechend nach einer 4-Zügigkeit mit Raumreserven geplant werden..


Herr Lensing geht auf die Stellungnahme der Remigius-Grundschule ein und schlägt vor, bei der Einladung der Schüler und Schülerinnen nicht die alten Schulbezirke als Grundlage zu nutzen sondern die wohnortnächste Schule.


Herr Nießing erläutert, dass die alten Schuleingangsbezirke im Regelfall auch die nächstgelegene Schule berücksichtigten. Bei 110 Anmeldungen an der Remigius-Grundschule sei lediglich bei 4 Kindern die Johann-Walling-Schule ca. 50 Meter näher als die Remigius-Grundschule. Mit der kommissarischen Schulleiterin, Frau Bernard, sei bereits darüber gesprochen worden.


Herr Börger erklärt, dass aus der Stellungnahme der Roncallischule hervorgehe, dass zum Schuljahr 2019/2020 bei 59 Schülern und Schülerinnen 3 Eingangsklassen gebildet werden könnten.


Herr Dr. Garbe gibt dazu an, dass nach dem Elternwahlverhalten nur 47 Kinder zum Schuljahr 2019/2020 die Roncallischule voraussichtlich besuchen werden und damit die Bildung von 2 Klassen vorgesehen sei.


Herr Nießing erklärt, dass es keine Klassen mit 31 Schülern und Schülerinnen geben werde und dass die Zahlen in Weseke sehr stabil seien. Die Entwicklung sei abzuwarten.


Herr Lansmann möchte wissen, ob es an der Astrid-Lindgren-Grundschule Freiheit bei der Klassenrichtzahl gebe.


Bürgermeisterin Schulze Hessing erklärt dazu, dass in Weseke vor einigen Jahren die gleiche Problematik aufgetaucht sei. Dort seien 2 große Klassen in einigen Fächern differenziert unterrichtet worden. In einem solchen Fall müsse flexibel reagiert werden.


Herr Dr. Garbe erläutert, dass die Festlegung der Zügigkeiten nur eine Richtung sei. Die Berechnung der Lehrerstunden sei unabhängig von der Zügigkeit, sondern würde sich nach den Schülerzahlen richten.



Herr Dr. Garbe stellt die Schulentwicklungsplanung für die Sekundarstufe I vor.


Herr Kranenburg merkt an, dass die Prognosen für die nächsten 10 Jahre irgendwann dünn würden, jedoch eine Orientierung benötigt werde. Fraglich sei in Bezug auf die Gesamtschulen, ob die Schüler und Schülerinnen nach Klasse 10 dort verbleiben werden.


Herr Dr. Garbe erklärt, dass die Schulentwicklungsplanung nur für 5 Jahre aufgestellt werden könne. Dem Schulträger sei geraten, diese jedes Jahr zu aktualisieren (insbesondere in Bezug auf Flüchtlingsströme). Auf die Frage nach dem Verbleib der Schüler und Schülerinnen nach Klasse 10 erklärt Herr Dr. Garbe, dass die Schüler und Schülerinnen in der Regel an der Gesamtschule bleiben würden.


Herr Kindermann gibt an, dass es Probleme mit den Anmeldezahlen an der Gesamtschule gebe. Die Stellungnahme der Gesamtschule Borken-Raesfeld ziele darauf hin, die Jodocus Nünning Gesamtschule und das Gymnasium Remigianum auf 5 Züge zu begrenzen.


Herr Dr. Garbe erläutert, dass die Begrenzung auf 5 Züge am Gymnasium Remigianum dem Elternwahlverhalten nicht gerecht werden würde. Die Ablehnung der Schüler und Schülerinnen sei nur sehr schwer zu erklären. Zudem sei am Gymnasium Remigianum mit dem Wechsel zurück zu G9 mit mehr Zulauf zu rechnen. An der Zügigkeit der Gesamtschule Borken-Raesfeld könne mit 4 Zügen in Borken und 2 in Raesfeld nichts geändert werden. An der Jodocus Nünning Gesamtschule könnten durchaus 7 Züge gebildet werden, eine Deckelung auf 6 Züge hätte Absagen zur Folge, die den Standort der Gesamtschule Borken-Raesfeld stärken würden.

Die Schulstandorte sollten mit weichen Begrenzungen gesichert werden, die Anmeldungen seien abzuwarten.


Herr Lensing erklärt, dass man mit einer Begrenzung auf 5 Züge damit einer Schule keinen Gefallen täte.


Herr Schlüter-Müller sorgt sich um die Anmeldezahlen der Montessori Gesamtschule. Die Zügigkeitsbegrenzung der Jodocus Nünning Gesamtschule und des Gymnasium Remigianum auf 5 Züge könne neben der Gesamtschule Borken-Raesfeld auch die Montessori Gesamtschule stärken. Zudem würden 60 bis 90 Schüler und Schülerinnen im System fehlen. Eine Begrenzung der beiden Schulen auf 5 Züge würde das Problem der fehlenden Schüler und Schülerinnen auch kurz- und mittelfristig nicht lösen.


Bürgermeisterin Schulze Hessing erklärt, dass dies nicht unsere Aufgabe sei, sondern darin bestehe, das bestmögliche Angebot für die bestmögliche Schullandschaft zu schaffen. Es müsse immer wieder neu geschaut und der Schulentwicklungsplan jedes Jahr aufs neue betrachtet werden.


Herr Kindermann erkundigt sich nach dem Potenzial der Montessori Gesamtschule.


Herr Dr. Garbe erklärt darauf hin, dass die Schülerzahlen in der Vergangenheit sehr stabil gewesen seien, dies sei auch bei der Betrachtung von Montessori in anderen Kommunen deutlich geworden. Betrachtet werden müsse die Sozialstruktur der Gemeinde, dort sei Borken sehr gut aufgestellt. Er sei zuversichtlich, dass sich die Schule auch weiterhin halten werde.


Frau Ebbing gibt an, dass sich das Verhalten der Eltern und Schüler und Schülerinnen in den letzten 20 Jahren stark geändert habe. Die Schulentwicklungsplanung sei jährlich neu zu betrachten. Der aktuelle Vorschlag treffe im Moment die Situation, es sie jedoch abzuwarten wie die Anmeldungen sich verteilen werden, denn entscheidend sei einzig und alleine der Elternwille.


Herr Kranenburg schließt sich den Ausführungen von Frau Ebbing an und erkundigt sich nach dem Berufskolleg Borken, welches ebenfalls das Abitur, Schwerpunktmäßig im Bereich Soziales, Technik und Wirtschaft, anbiete.


Herr Dr. Garbe erklärt, dass beispielsweise in Baden-Württemberg 40 % der Abiturienten/innen ihr Abitur an einem Berufskolleg erlangen würden. In NRW seien in den letzten Jahren Schwerpunkte im Bereich Soziales, Technik und Wirtschaft gesetzt worden, um die Schullandschaft zu differenzieren. In Borken sei dies jedoch in Zukunft nicht mehr ganz so einfach, da zum einen Teil die bisherigen Schulen mit mittlerem Abschluss geschlossen worden seien bzw. auslaufend gestellt wurden und zum anderen viele der Schüler und Schülerinnen der Gesamtschulen an ihrer Schule bleiben würden.


Bürgermeisterin Schulze Hessing erklärt, dass es ein landespolitisches Ziel sein müsse, den Kommunen mehr Spielraum bei der Zusammenarbeit zwischen dem Berufskolleg und den Oberstufen zu geben.


Der Ausschussvorsitzende Queckenstedt verliest den Beschlussvorschlag und lässt darüber abstimmen.




Abstimmungsergebnis:


Einstimmige Annahme