TOP Ö 1: Neubau eines Waldfriedhofes - Vorstellung der Planungen

Beschluss: ungeändert beschlossen

Beschluss:

 

Der Ausschuss nimmt die Ausführungen des Fachplaners und der städtischen Fachämter zustimmend zur Kenntnis.

 


Vorsitzender Flinks begrüßt Herrn Freese, der anstelle von Herrn Prof. Pridik die Entwurfsplanung und die daraus resultierenden zeitlichen Perspektiven für das Friedhofswesen in Borken erläutern solle.

 

Amtsleiter Mehl führt in den Vortrag von Herrn Freese ein und macht darauf aufmerksam, dass es noch ca. 2 ½ bis 3 Jahre möglich sei, Bestattungen auf den jetzigen Friedhof vorzunehmen. Im Jahre 2001 solle mit dem 1. Bauabschnitt des neuen Friedhofes angefangen werden. Er weist darauf hin, dass für den neuen Friedhof noch keine Gebührenberechnungen durchgeführt wurden, da noch nicht alle Kosten bekannt seien.

 

Herr Freese führt aus, dass er bereits vor einem Jahr die grundsätzliche Planung für den Friedhof am Dülmener Weg vorgestellt habe. Von dem damals vorgestellten Grundkonzept sei nicht grundsätzlich abgewichen, sondern eine Feinabstimmung vorgenommen worden. Die Idee sei dabei gewesen, einen Waldfriedhof anzulegen und damit die vorhandene Waldkulisse zu erhalten. Das zu errichtende Hochkreuz werde als Orientierungspunkt angesehen. Die wassergebundenen Wege sollen harmonisch und weitschwingend angelegt werden. Der 1. Bauabschnitt umfasse die Erstellung des Haupteinganges und Teile der Freiflächen bzw. Belegungsflächen.

 

Im Bereich des Haupteinganges sei eine Busschleife geplant und die anzulegenden Parkplätze wurden neu geordnet. Somit sei die Erreichbarkeit des Friedhofes ohne große Umwege möglich. Die Entwässerung des Friedhofes erfolge oberflächennah, was aufgrund der durchlässigen Böden möglich sei. Die ersten Hauptbelegungsbereiche befinden sich parallel zur Bahnlinie. Es sei die Anlegung von sämtlichen, in der Friedhofssatzung erlaubten, Arten der Grabstätten geplant.

 

Amtsleiter Mehl führt ergänzend zu diesem Vortrag aus, dass allein die äußere Gestaltung Kosten in Höhe von 3,5 Millionen DM verursache und für die Errichtung der Friedhofshalle ein Betrag von ca. 1,2 Millionen DM veranschlagt werden müsse. Die rund 5,0 Millionen DM werden in den nächsten 3 Jahren fällig. Weiterhin müssen Ausgleichsmaßnahmen für die entstehenden Waldeingriffe in einem Verhältnis 1 : 2 eingeplant werden. Es müssen Ausgleichsmaßnahmen von 12,3 ha geschaffen werden, wobei die Kosten noch nicht feststehen.

 

Vorsitzender Flinks führt aus, das 2002 bzw. 2003 die Belegung des jetzigen Friedhofes beendet sei. Die Beerdigungen in den Wahlgräbern werde jedoch weiterhin stattfinden. Er fragt nach, ob und wo auf dem neuen Friedhof die Reihengräber geplant seien.

 

Dazu teilt Herr Freese mit, dass zuerst Reihengräber im Bereich der Friedhofshalle geplant seien.

 

Stadtverordneter Hesse möchte gerne wissen, ob die Beschaffenheit des Grundstückes für die Anlegung eines Friedhofes geeignet sei.

 

Dazu führt Amtsleiter Mehl aus, dass das Grundstück bereits in der Bestandsaufnahme dahingehend untersucht worden sei, dass lt. einer positiven Analyse sandige und durchlüftete Böden vorhanden seien und der Grundwasserstand ideal für die Anlegung eines Friedhofes sei.

 

Stadtverordnete Zurhausen fragt nach, ob für die Urnenbestattungen aufgrund eines dahingehenden Trends zwei Stellen geplant seien.

 

Herr Freese teilt dazu mit, dass sich Trends zur Urnenbestattung aber auch zur anonymen Bestattung verstärken würden. Aus diesem Grunde werden dafür auch größere Flächen vorgehalten.

 

Amtsleiter Mehl fügt ergänzend hinzu, dass es zwei Arten der Urnenbestattung gäbe und zwar einmal mit Grabplatte und einmal ohne.

 

Vorsitzender Flinks fragt nach, ob auch Flächen für anonyme Sargbestattungen eingeplant seien und Herr Freese bejaht dieses.

 

Stadtverordneter Lenartz fragt nach, ob auch eine Anbindung an den ÖPNV eingeplant sei.

 

Dazu führt Amtsleiter Mehl aus, dass, wie bereits erwähnt, eine Busschleife geplant sei, in der Busse auch warten könnten. Des Weiteren werde eine Haltestelle am Dülmener Weg in Richtung Haupteingang verlegt, um eine problemlose Erreichbarkeit des Friedhofes zu ermöglichen.

 

Vorsitzender Flinks erkundigt sich nach der voraussichtlichen Nutzungsdauer des Friedhofes bis zur Vollbelegung.

 

Amtsleiter Mehl führt dazu aus, das eine Belegung für eine Dauer von über 50 Jahren problemlos berücksichtigt werden könne. Nach 20 Jahren würde eine Wiederbelegung erfolgen und somit würde man zu einer voraussichtlichen Nutzungsdauer von 80 – 100 Jahren kommen.

 

Stadtverordneter Welchering fragt nach, ob der jetzige Baumbestand geschützt werde.

 

Herr Freese führt dazu aus, dass im Eingangsbereich Neupflanzungen, wie Eichen, Linden und Lebensbäume, vorgenommen werden sollen

 

Amtsleiter Mehl ergänzt hierzu, dass unterschiedliche Baumsorten gepflanzt werden sollen und dafür noch einige Kiefern ausgelichtet werden müssen. Für die Anpflanzung zusätzlicher Bäume und die Anlegung der Bestattungsflächen sind außerdem noch Freiflächen zu schaffen.

 

Vorsitzender Flinks fragt nach, ob auch eine Urnenwand für die Bestattungen geplant sei und Stadtverordneter Hesse erkundigt sich danach, ob überhaupt ein Bedarf für eine Urnenwand vorhanden sei.

 

Technischer Beigeordneter Höving führt aus, dass bei der Planung auch die Bestattungsinstitute eingebunden wurden und die Errichtung einer Urnenwand damals von der SPD-Fraktion vorgeschlagen wurde. Ob wirklich Bedarf für diese Einrichtung vorhanden sei, stehe noch nicht fest und müsse noch geprüft werden; sei jedoch nicht ausgeschlossen. Es würde sich auch anbieten, die Urnenwand im Bereich der neuen Friedhofshalle zu errichten.

 

Vorsitzender Flinks erwähnt, dass im Hinblick auf die vorhandene Bodenbeschaffenheit die Möglichkeit bestehe, Bestattungen bis zu einer Tiefe von
3,5 m vorzunehmen und somit eine doppelte Belegung möglich wäre. Dann bittet er Herrn Schröer um seinen Vortrag zur geplanten Friedhofshalle.

 

Amtsleiter Schröer führt aus, dass bei der Planung natürlich die Bestattungsinstitute mit einbezogen wurden. Die Friedhofshalle solle Mittelpunkt der gesamten Anlage werden und mit ca. 100 Sitzplätzen und einem angegeliederten Wirtschaftstrakt ausgestattet werden. In diesem Wirtschaftstrakt sind Räumlichkeiten für den Priester und die Träger, ein Arbeitsraum und Mannschaftsraum, sowie Toiletten und ein kleiner Heizraum vorgesehen. Für diese Räumlichkeiten wurden nur geringe Nutzflächen geplant und somit werden die Baukosten entsprechend günstig ausfallen. Aufbahrungsräume wurden hier nicht geplant, da nach Rücksprache mit den Bestattern weiterhin die sieben Aufbahrungsräume am jetzigen Friedhof ohne Probleme genutzt werden können.

 

Die Trauerhalle soll halbkreisförmig errichtet werden und die Leitwand zum dahinterliegenden Wirtschaftstrakt soll im Innenbereich die Grenzlinie zwischen Leben und Tod symbolisieren; in diese Grenzlinie werde dann auch der Katafalk mit dem Sarg gestellt. Von der Halle aus könne in einen kleinen Innenraum gesehen werden, der mit einem Kreuz und anderen Schmuckelementen gestaltet werden könne.

Er führt aus, dass man sich bei der Planung darum bemüht habe, einfache, klare und schöne Formen zu finden. Die Trauerhalle umfasst in ihrer Form die Gemeinde und soll Ruhe und Besinnung ausstrahlen. Die Gesamtkosten würden sich auf 1.150.000,00 DM belaufen. Dazu kämen noch die Kosten in Höhe von ca. 50.000,00 DM für Bänke und Stühle etc.

 

Vorsitzender Flinks fragt nach, ob die Summe von 50.000,00 DM für die Inneneinrichtung ausreichen würde.

 

Amtsleiter Schröer teilt dazu mit, dass es sich dabei um einen Schätzwert handele, der an der unteren Grenze läge.

 

Stadtverordnete Zurhausen spricht sich dafür aus, den Ansatz auf 100.000,00 DM zu erhöhen, damit die Trauerhalle auch gut ausgestattet werden könne.

 

Vorsitzender Flinks weist darauf hin, dass für den alten Friedhof im Zuge der  Errichtung der Friedhofshalle Spenden eingegangen seien. Vielleicht würde das in diesem Fall auch geschehen. Diese Gelder könnten ja dann für Schmuckelemente und Ausstattung ausgegeben werden. Die Gesamtkosten der Trauerhalle wären auch mit ca. 1.500.000,00 DM günstig berücksichtigt.

 

Technischer Beigeordneter Höving führt aus, dass es sich bei dieser Trauerhalle nicht um einen Schlichtbaukörper handele und spricht sich für den sehr guten Entwurf mit seiner überzeugenden Erschließungsstruktur und der klaren Architektursprache aus. Man habe hier flächen- und kostensparend geplant.

 

Weiterhin führt er aus, dass man sich wie beim Entwurf zum Friedhof in einer Arbeitsgruppe mit den Politikern zusammenfinden möchte, um sich andere Hallenprojekte vor Ort anzusehen und dann auch Entwurfs- und Kostenvergleiche miteinander zu diskutieren.

 

 


Abstimmungsergebnis:

 

Einstimmige Annahme