Tagesordnungspunkt

TOP Ö 15: Mitteilungen und Anfragen

BezeichnungInhalt
Sitzung:27.09.2000   UPA/07/2000 
DokumenttypBezeichnungAktionen

 

 


Mitteilungen:

 

a)     Bürgertermine

 

Amtsleiter Mehl teilt mit, dass am 10.10., 11.10. und 12.10.00 um 19.°° Uhr Bürgertermine hinsichtlich des ‚Endausbaues der Straßen Professor-Menzel-Straße, Am Kaninchenberg und Jakob-Böhme-Straße im Freizeithaus Pröbsting durchgeführt werden. Über den Verlauf der Termine werde in der nächsten Ausschusssitzung berichtet.

 

b)     Anfrage der CDU-Fraktion der Stadt Borken zum Zeitungsartikel in der Borkener Zeitung vom 27. Sept. 2000

 

Bürgermeister Lührmann nimmt wie folgt Stellung zu dem o.g. Antrag:

 

Zu dem Interview der Borkener Zeitung mit dem Sprecher des Einzelhandelsverbandes Koch wird wie folgt Stellung genommen:

 

Die Kritik von Herrn Koch ist völlig überzogen.

 

Natürlich habe ich Verständnis für alle, die die zahlreichen Baustellen in unserem Stadtgebiet “leid” sind. Das gilt auch und insbesondere für den Einzelhandel, der sicherlich unter dieser Situation in besonderem Maße leidet.

 

Ich denke, man muss sich aber noch einmal in Erinnerung rufen, welches Ziel mit diesen Bauarbeiten verfolgt wird. Da gibt es zunächst die Maßnahmen der Stadtwerke, die im Wesentlichen dadurch bedingt sind, dass die alten Gasleitungen aus Grauguss durch neue Leitungen aus PEHD-Material ersetzt werden müssen. Und da gibt es die Maßnahmen des Kreises, der an der Kreisstraße K 7 - also am Straßenzug Butenwall/Raesfelder Straße auch auf unseren Wunsch hin Radwege baut und mehrere Kreisverkehre realisiert. Es geht hier also um mehr Verkehrssicherheit für die in unserer Stadt immer noch sehr zahlreichen Radfahrer, und es geht darum, den alltäglichen Frust vor den bisherigen Ampelkreuzungen und anderen Kreuzungen zu beseitigen und den Verkehr auf diesen verkehrsreichen Straßen endlich wieder flüssig zu machen. Davon profitiert auch und ganz besonders der Einzelhandel, denn es gehört zum kleinen Einmaleins des Stadtmarketings, dass ein flüssiger Verkehr und eine leichte Erreichbarkeit der Innenstadt wesentliche Voraussetzungen für einen funktionierenden Einzelhandel sind.

 

Das Gerede von der “Kreiselstadt”, das sich in letzter Zeit durch die Glossen und sonstigen Verlautbarungen zieht, ist zwar vielleicht mäßig witzig, aber nicht besonders zielführend, denn es lässt sich nun einmal nicht wegdiskutieren, dass Kreisverkehrsplätze die gegenwärtig beste bekannte Möglichkeit sind, um Verkehrsprobleme im Kreuzungsbereich von Straßen zu lösen. Die Stadt sollte deshalb froh sein, dass der Kreis in diesem Jahr in Borken ein solches Mammutprogramm realisiert, weil damit ein großer Teil unserer innerstädtischen Verkehrsprobleme quasi “auf einen Schlag” gelöst wird.

 

 

 

 

 

Natürlich fallen Kreisverkehrsplätze nicht vom Himmel, sondern müssen mühsam gebaut werden. Das bedeutet zwangsläufig Lärm, Umleitungen, Provisorien und Ärger. In unserem Fall kommen die Stadtwerke mit ihren Maßnahmen noch hinzu. Auch das hat natürlich gute Gründe. Wenn Gasleitungen ausgetauscht werden müssen, dann muss eine solche Maßnahme natürlich in gleichem Zuge realisiert werden, denn niemand hätte Verständnis, wenn wir in diesem Jahr nur die Kreisel bauen ließen und im nächsten Jahr wieder alles aufreißen würden, um die Maßnahmen der Stadtwerke dann zu realisieren.

 

Es müssen also Arbeiten koordiniert werden. Wieso Herr Koch jetzt zu der Auffassung kommt, die Koordination zwischen Kreis, Stadt und Stadtwerken sei miserabel, wird wohl sein Geheimnis bleiben. Zunächst einmal ist festzustellen, dass es in dem Straßenzug Raesfelder Straße/Butenwall überhaupt keine städtischen Tiefbaumaßnahmen gegenwärtig gibt. Auch die Koordination zwischen den Stadtwerken und dem Kreis funktioniert. Das bedeutet nicht, dass es bei einer solchen Großbaustelle keine Probleme gäbe. Alles andere wäre auch erstaunlich, denn man muss sehen, dass schließlich gegenwärtig 2,5 Millionen Mark für die Maßnahmen des Kreises und 1,0 Millionen Mark für die Maßnahmen der Stadtwerke allein im Bereich der K 7 verbaut werden, und das in der sicherlich vertretbaren Zeit zwischen März und November diesen Jahres. Richtig ist, dass ein früherer Zeitplan nach oben korrigiert werden musste und Kreis und Stadtwerke ursprünglich einige Wochen früher fertig sein wollten. Das ist bedauerlich, lässt m.E. aber nicht den Schluss zu, dass beim Kreis oder den Stadtwerken schlecht gearbeitet worden sei, sondern zeigt nur die Komplexität der gestellten Bauaufgabe.

 

Ich will nicht ausschließen, dass es im Detail gelegentlich etwas zu kritisieren gibt. Aber die Kritik muss schon berechtigt sein. Es ist eben nicht so, wie Herr Koch behauptet, dass im Verlauf der K 7 “nur” Umleitungsschilder aufgestellt worden wären, sondern es sind auch die Ziele “Parkhaus Boltenhof” und “Krankenhaus” ausgeschildert worden – zugegeben, etwas provisorisch, aber doch leserlich und klar erkennbar.

 

Der von Herrn Koch angesprochene Remigius-Sonntag ist für unser Amt für Stadtmarketing längst aufgegriffen. Es gibt Gespräche mit dem Vorstand des Werbekreises mit dem Ziel, auch am Remigius-Sonntag trotz der Baustellen-Situation einen möglichst geregelten Ablauf des Parkverkehrs zu erreichen und ich denke, wir werden da zu einer – vielleicht nicht guten – aber doch zu einer zufriedenstellenden Lösung kommen.

 

In einem anderen zentralen Punkt möchte ich Herrn Koch Recht geben:

Er sagt an einer Stelle: “Marketing nur in Händen der Stadt ist nicht erfolgreich".  Diese Auffassung teile ich unbedingt. In der Allgemeinen Zeitung Coesfeld gab es kürzlich zur Einzelhandelsproblematik einen Kommentar mit der Überschrift “Handeln muss der Handel”. Treffender kann man es nicht sagen: Die treibende Kraft beim Marketing muss der Handel sein. Die Stadt muss unterstützen, koordinieren, mithelfen.

 

Was die Stadt aber keinesfalls leisten kann ist ein Marketing ohne oder gegen den Handel. Wenn Herr Koch in dem BZ-Interview den Slogan der Stadt aufgreift (“Borken – aus gutem Grund”) und öffentlich erklärt: “Aus welchen Gründen, bleibt noch zu oft im Verborgenen”, dann macht er damit eine Negativwerbung, gegen die auch wir nichts ausrichten können.

 

Ähnliches gilt aus meiner Sicht auch für die derzeitigen Aktivitäten der UWG:

Wir haben gegenwärtig in Borken wieder einen Zustand, wie wir ihn vor einigen Jahren hatten, als es um die Marktplatzumgestaltung ging: Man kann kaum ein Geschäft betreten, ohne dass man mit irgendwelchen Unterschriftslisten konfrontiert und um eine Unterschrift gebeten wird. Ich glaube nicht, dass der Kunde, der ja heutzutage bekanntlich den sog. “Erlebniskauf” sucht, so etwas sonderlich schätzt.

 

Gern blicke ich aber auf das letzte Gespräch mit dem Vorstand des Werbekreises zurück. Wir sind da zu der gemeinsamen Erkenntnis gekommen, dass der ursprünglich eingeschlagene Weg, mit Hilfe zahlreicher Arbeitskreise zu einem guten Stadtmarketing zu kommen, nicht der Königsweg war. Wir wollen jetzt die Dinge zunächst mit einer kleinen, schlagkräftigen Marketinggruppe auch unter Beteiligung der aiw weiter vorantreiben. Hier wird offensichtlich erkannt, dass die Dinge nur gemeinsam vorangetrieben werden können. Der Versuch von Herrn Koch, die Verantwortung für ein Stadtmarketing allein auf die Stadt abzuschieben, geht völlig in die falsche Richtung.

 

Mein vorläufiges Fazit lautet also: Wir werden bis zum Jahresende viel für die Leichtigkeit des Verkehrs in unserer Stadt getan haben und damit auch viel für die Attraktivität unserer Stadt. Leider sind diese ehrgeizigen Ziele mit lästigen Bauarbeiten, Umleitungen und Ärger verbunden. Wer diese unabänderlichen Begleitumstände aber zum Anlass nimmt, schlechte Stimmung gegen die Stadt Borken zu machen, der tut sich selbst und uns allen ganz gewiss keinen Gefallen.

 

 

Fragen:

 

-         K E I N E –

 

 

 

Ende der öffentlichen Sitzung um 20.15 Uhr.